Cloud-Speicher Vergleich 2026 – Anbieter im Sicherheits-Check
Wer Dokumente, Fotos oder Firmendaten in die Cloud legt, gibt sie ein Stück weit aus der Hand. Wie sicher das ist, entscheidet sich an zwei Fragen: Wo stehen die Server, und wer kann deine Dateien entschlüsseln. Wir haben sieben bekannte Cloud-Speicher getestet und einzeln eingeordnet, mit Schwerpunkt auf Verschlüsselung, Serverstandort und DSGVO.
Sicher ist eine Cloud erst, wenn die Server in der EU stehen und nur du den Schlüssel besitzt
Von Anne Schneider
Die sieben Anbieter im Überblick
| Anbieter | Sitz / Server | Zero-Knowledge ab Werk | DSGVO + AVV | Gratis | Preis-Beispiel |
|---|---|---|---|---|---|
| luckycloud | DE / Deutschland | Ja | Ja | 14 Tage Test | 1 TB ≈ 33–40 €/Mt. |
| Tresorit | CH / EU, DE/CH wählbar | Ja | Ja | 14 Tage Test | 1 TB 9,99 €/Mt. |
| Proton Drive | CH / CH + EU | Ja | Ja | 5 GB | 200 GB 4,99 €/Mt. |
| pCloud | CH / EU oder USA | nur Add-on | Ja | 10 GB | 2 TB 99,99 €/Jahr |
| IONOS HiDrive | DE / Deutschland | nur Pro | Ja | — | 1 TB 7 €/Mt. |
| Strato HiDrive | DE / Deutschland | optional | Ja | 3 Mt. Test | 1 TB 7,50 €/Mt. |
| Dropbox | USA / USA | Nein | via SCC | 2 GB | 2 TB 9,99 €/Mt. |
Hinweis: Unabhängiger redaktioneller Test, keine Kaufempfehlung und bewusst keine Rangfolge – die Anbieter stehen ohne Wertung untereinander. Der Beitrag enthält Verweise auf Anbieter-Websites, für eine Platzierung fließt keine Bezahlung. Stand der Recherche: Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr, Preise und Leistungen können sich jederzeit ändern.
Inhaltsverzeichnis
Worauf es bei einer sicheren Cloud ankommt
Vier Punkte entscheiden darüber, wie sicher deine Daten in der Cloud wirklich liegen:
Zero-Knowledge
Die Dateien werden schon auf deinem Gerät verschlüsselt. Nur du hast den Schlüssel, der Anbieter kann nichts lesen.
Serverstandort & DSGVO
Server in Deutschland oder der EU bedeuten vollen DSGVO-Schutz. Für Firmen ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) Pflicht.
Zertifizierungen
ISO 27001, TÜV oder unabhängige Audits belegen, dass die Sicherheit auch geprüft wurde.
Preis-Leistung
Zwischen Einsteiger-, Familien- und Business-Tarifen liegen teils große Preisunterschiede.
Die Anbieter im Einzeltest
DE · Berlin · Server in Deutschland

luckycloud aus Berlin speichert alle Daten auf eigenen Servern in deutschen Rechenzentren und verschlüsselt im Standard nach dem Zero-Knowledge-Prinzip: Die Dateien werden mit AES-256 schon auf deinem Gerät verschlüsselt, den Schlüssel kennst nur du. Für Unternehmen lässt sich ein Auftragsverarbeitungsvertrag samt Dokumentation der Maßnahmen abschließen. Einen dauerhaft kostenlosen Tarif gibt es nicht, dafür eine 14-tägige Testphase ohne Zahlungsdaten.
Vorteile: Zero-Knowledge-Verschlüsselung ab Werk · Server und Firmensitz in Deutschland · Flexibel buchbarer Speicher, AVV für Firmen
Nachteile: Vergleichsweise teuer · Kein Gratis-Speicher · Synchronisierung im Test eher langsam
„Sicherheitstechnisch macht luckycloud im Test alles richtig: deutsche Server und Zero-Knowledge ohne Aufpreis sind eine seltene Kombination. Wer maximalen Datenschutz möchte, bekommt hier genau das, dazu volle DSGVO-Konformität und Server komplett in Deutschland.“
CH · Zürich · gehört zur Schweizer Post

Tresorit gehört seit 2021 zur Schweizerischen Post und verschlüsselt Ende-zu-Ende nach dem Zero-Knowledge-Prinzip. Standardmäßig liegen die Daten in der EU, die ISO-27001-Zertifizierung prüft der TÜV Rheinland. Mit 9,99 Euro im Monat für 1 TB im Jahresabo ist Tresorit deutlich günstiger als luckycloud, einen Gratis-Tarif gibt es nicht.
Vorteile: Extern geprüfte Zero-Knowledge-Verschlüsselung · Speicherort wählbar · ISO 27001 über TÜV Rheinland
Nachteile: Keine echte Echtzeit-Zusammenarbeit · Dateigrößen-Limits · Firmensitz außerhalb der EU
„Technisch ist Tresorit über jeden Zweifel erhaben, die Verschlüsselung wurde extern geprüft. Für die reine Dateiablage top, beim gemeinsamen Arbeiten an Dokumenten merkt man die Grenzen.“
CH · Genf · Open Source

Proton Drive kommt von den Machern von Proton Mail aus Genf. Die Verschlüsselung arbeitet Ende-zu-Ende, der Code ist quelloffen und wird unabhängig auditiert, Proton ist ISO 27001 zertifiziert und SOC-2-geprüft. Mit 5 GB gratis ist es der einzige sichere Anbieter mit kostenlosem Einstieg. Drive Plus bietet 200 GB für 4,99 Euro im Monat.
Vorteile: Open Source und unabhängig auditiert · 5 GB kostenlos · Starkes Gesamtpaket mehrerer Dienste
Nachteile: Schlanke Desktop-App · Keine native Linux-Version · Im Test eher langsame Übertragung
„Für Privatnutzer ist Proton der pragmatischste Einstieg in sichere Cloud, 5 GB gratis und offener Code schaffen Vertrauen. Die Apps wirken aber noch jung, wer viel am Desktop arbeitet, stößt schnell an Grenzen. Am meisten Sinn ergibt Proton Drive als Teil des Gesamtpakets.“
CH · Baar · Standort EU oder USA wählbar

pCloud lässt dich bei der Anmeldung zwischen einem Serverstandort in der EU (Luxemburg) und den USA wählen. Im Standard werden die Daten mit AES-256 gespeichert, der Anbieter hält dabei aber den Schlüssel. Echtes Zero-Knowledge gibt es nur über den kostenpflichtigen Zusatz „pCloud Crypto“. Bis zu 10 GB sind gratis, im Jahresabo kosten 2 TB 99,99 Euro.
Vorteile: Einmalige Lifetime-Zahlung möglich · Wählbarer Serverstandort · Bis zu 10 GB gratis
Nachteile: Zero-Knowledge kostet extra · US-Speicherort für DSGVO-Daten heikel
„pCloud ist vor allem ein Preis-Argument, die Lifetime-Pakete rechnen sich auf Dauer. Beim Datenschutz muss man aber genau hinsehen: Ohne das kostenpflichtige Crypto-Add-on ist es kein Zero-Knowledge, und den US-Speicherort sollte man für sensible Daten meiden.“
DE · Montabaur · Server in Deutschland

HiDrive von IONOS speichert ausschließlich in deutschen Rechenzentren und ist DSGVO-konform, ein AVV lässt sich abschließen. Die Übertragung läuft per TLS mit AES-256, gespeichert wird allerdings nur mit AES-128. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt es erst im Pro-Tarif. 1 TB im Business-Tarif kostet 7 Euro im Monat.
Vorteile: Server in Deutschland · Viele Zugriffsprotokolle (WebDAV, SFTP, rsync) · Deutscher 24/7-Support
Nachteile: Kein Zero-Knowledge im Standard · Nur AES-128 bei der Speicherung · Kein Gratis-Tarif
„Eine solide deutsche Cloud zum fairen Preis, durch die vielen Protokolle vor allem für Technikaffine interessant. Dass die Daten nur mit AES-128 liegen und Zero-Knowledge erst im Pro-Tarif kommt, trübt das Bild. Für unkritische Backups reicht es aber allemal.“
DE · Berlin · TÜV-geprüft

Strato speichert deutsche Kundendaten in deutschen Hochsicherheits-Rechenzentren, ist ISO 27001 zertifiziert und vom TÜV Nord geprüft. Wie bei IONOS wird im Standard mit AES-128 gespeichert, echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt es nur als Option für rund 2 Euro im Monat. Der Tarif Starter mit 500 GB kostet 6 Euro, 1 TB sind für 7,50 Euro im Monat zu haben.
Vorteile: Server in Deutschland, TÜV-geprüft · Viele Protokolle · Lange Testphase
Nachteile: Zero-Knowledge nur gegen Aufpreis · Nur AES-128 bei der Speicherung
„Strato ist die bodenständige Variante: deutsche Server, TÜV-Siegel, fairer Preis. Den vollen Schutz gibt es aber nur mit kostenpflichtigen Add-ons, sonst hält der Anbieter den Schlüssel. Wer das weiß, bekommt eine ordentliche Allround-Cloud.“
US · San Francisco · Daten in den USA

Dropbox punktet mit ausgereifter Bedienung und vielen Integrationen, fällt beim Datenschutz aber ab. Privatkonten liegen in den USA, eine EU-Speicherung gibt es nur für größere Business-Teams. Die Daten sind mit AES-256 verschlüsselt, Zero-Knowledge fehlt im Standard, Dropbox hält den Schlüssel. Als US-Konzern unterliegt der Dienst dem CLOUD Act. Kostenlos sind 2 GB.
Vorteile: Sehr ausgereifte Apps · Viele Integrationen · Einfache Bedienung
Nachteile: Daten in den USA, CLOUD Act · Kein Zero-Knowledge für Privatkonten
„Dropbox ist bequem und kann jeder bedienen, daran gibt es nichts zu rütteln. Für datenschutzbewusste Nutzer ist es im Test aber die schwächste Wahl: Daten in den USA, kein Zero-Knowledge, CLOUD Act. Für unkritische Dateien in Ordnung, für Sensibles würde ich es nicht nehmen.“
Fazit: Welcher Cloud-Speicher passt zu dir?
Eine pauschale Bestenliste führt beim Thema Cloud in die Irre, weil es auf deine Daten ankommt. Für maximalen Datenschutz mit deutschem Anbieter ist luckycloud die naheliegende Wahl. Tresorit und Proton Drive sind ähnlich sicher und oft günstiger, sitzen aber in der Schweiz. Proton ist mit kostenlosem Einstieg und offenem Code ein guter Start für Privatnutzer.
Wer aufs Budget achtet, findet bei IONOS und Strato solide deutsche Lösungen; für sensible Daten sollte man die Ende-zu-Ende-Option dazubuchen. pCloud ist wegen der Lifetime-Pakete interessant, Dropbox bleibt vor allem für unkompliziertes Teilen im Team attraktiv.
Häufige Fragen
Zuletzt aktualisiert und geprüft im Juni 2026. Preise und Leistungen können sich ändern.