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Cloud-Speicher Vergleich 2026 – Anbieter im Sicherheits-Check

Wer Dokumente, Fotos oder Firmendaten in die Cloud legt, gibt sie ein Stück weit aus der Hand. Wie sicher das ist, entscheidet sich an zwei Fragen: Wo stehen die Server, und wer kann deine Dateien entschlüsseln. Wir haben sieben bekannte Cloud-Speicher getestet und einzeln eingeordnet, mit Schwerpunkt auf Verschlüsselung, Serverstandort und DSGVO.

Foto von Anne Schneider, Technik- und Datenschutz-Redakteurin bei Praxistipp.com

Sicher ist eine Cloud erst, wenn die Server in der EU stehen und nur du den Schlüssel besitzt

Von Anne Schneider

Aktualisiert am 09. Juli 2026

Die sieben Anbieter im Überblick

Anbieter Sitz / Server Zero-Knowledge ab Werk DSGVO + AVV Gratis Preis-Beispiel
luckycloud DE / Deutschland Ja Ja 14 Tage Test 1 TB ≈ 33–40 €/Mt.
Tresorit CH / EU, DE/CH wählbar Ja Ja 14 Tage Test 1 TB 9,99 €/Mt.
Proton Drive CH / CH + EU Ja Ja 5 GB 200 GB 4,99 €/Mt.
pCloud CH / EU oder USA nur Add-on Ja 10 GB 2 TB 99,99 €/Jahr
IONOS HiDrive DE / Deutschland nur Pro Ja 1 TB 7 €/Mt.
Strato HiDrive DE / Deutschland optional Ja 3 Mt. Test 1 TB 7,50 €/Mt.
Dropbox USA / USA Nein via SCC 2 GB 2 TB 9,99 €/Mt.

Hinweis: Unabhängiger redaktioneller Test, keine Kaufempfehlung und bewusst keine Rangfolge – die Anbieter stehen ohne Wertung untereinander. Der Beitrag enthält Verweise auf Anbieter-Websites, für eine Platzierung fließt keine Bezahlung. Stand der Recherche: Juni 2026. Alle Angaben ohne Gewähr, Preise und Leistungen können sich jederzeit ändern.

Worauf es bei einer sicheren Cloud ankommt

Vier Punkte entscheiden darüber, wie sicher deine Daten in der Cloud wirklich liegen:

Zero-Knowledge

Die Dateien werden schon auf deinem Gerät verschlüsselt. Nur du hast den Schlüssel, der Anbieter kann nichts lesen.

Serverstandort & DSGVO

Server in Deutschland oder der EU bedeuten vollen DSGVO-Schutz. Für Firmen ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) Pflicht.

Zertifizierungen

ISO 27001, TÜV oder unabhängige Audits belegen, dass die Sicherheit auch geprüft wurde.

Preis-Leistung

Zwischen Einsteiger-, Familien- und Business-Tarifen liegen teils große Preisunterschiede.

Die Anbieter im Einzeltest

luckycloud

DE · Berlin · Server in Deutschland

Besonderheit: Einziger Anbieter im Test mit Zero-Knowledge-Verschlüsselung ab Werk auf eigenen Servern komplett in Deutschland
Preis: 1 TB ≈ 33–40 €/Mt., Einstieg ab 0,93 €/Mt.
Server: Deutschland
Verschlüsselung: Zero-Knowledge, AES-256
Gratis: 14 Tage Test

luckycloud aus Berlin speichert alle Daten auf eigenen Servern in deutschen Rechenzentren und verschlüsselt im Standard nach dem Zero-Knowledge-Prinzip: Die Dateien werden mit AES-256 schon auf deinem Gerät verschlüsselt, den Schlüssel kennst nur du. Für Unternehmen lässt sich ein Auftragsverarbeitungsvertrag samt Dokumentation der Maßnahmen abschließen. Einen dauerhaft kostenlosen Tarif gibt es nicht, dafür eine 14-tägige Testphase ohne Zahlungsdaten.

Vorteile: Zero-Knowledge-Verschlüsselung ab Werk · Server und Firmensitz in Deutschland · Flexibel buchbarer Speicher, AVV für Firmen
Nachteile: Vergleichsweise teuer · Kein Gratis-Speicher · Synchronisierung im Test eher langsam

„Sicherheitstechnisch macht luckycloud im Test alles richtig: deutsche Server und Zero-Knowledge ohne Aufpreis sind eine seltene Kombination. Wer maximalen Datenschutz möchte, bekommt hier genau das, dazu volle DSGVO-Konformität und Server komplett in Deutschland.“

Tresorit

CH · Zürich · gehört zur Schweizer Post

Besonderheit: Extern durch Ernst & Young geprüfte Zero-Knowledge-Verschlüsselung, Geschäftskunden wählen den Speicherort frei (z. B. Deutschland)
Preis: 1 TB 9,99 €/Mt.
Server: EU · DE/CH wählbar
Verschlüsselung: Zero-Knowledge (geprüft)
Gratis: 14 Tage Test

Tresorit gehört seit 2021 zur Schweizerischen Post und verschlüsselt Ende-zu-Ende nach dem Zero-Knowledge-Prinzip. Standardmäßig liegen die Daten in der EU, die ISO-27001-Zertifizierung prüft der TÜV Rheinland. Mit 9,99 Euro im Monat für 1 TB im Jahresabo ist Tresorit deutlich günstiger als luckycloud, einen Gratis-Tarif gibt es nicht.

Vorteile: Extern geprüfte Zero-Knowledge-Verschlüsselung · Speicherort wählbar · ISO 27001 über TÜV Rheinland
Nachteile: Keine echte Echtzeit-Zusammenarbeit · Dateigrößen-Limits · Firmensitz außerhalb der EU

„Technisch ist Tresorit über jeden Zweifel erhaben, die Verschlüsselung wurde extern geprüft. Für die reine Dateiablage top, beim gemeinsamen Arbeiten an Dokumenten merkt man die Grenzen.“

Proton Drive

CH · Genf · Open Source

Besonderheit: Quelloffen und unabhängig auditiert, mit kostenlosem 5-GB-Einstieg und dem ganzen Proton-Paket (Mail, Kalender, VPN) ab 12,99 €/Mt.
Preis: 200 GB 4,99 €/Mt.
Server: Schweiz + EU
Verschlüsselung: Zero-Knowledge, Open Source
Gratis: 5 GB dauerhaft

Proton Drive kommt von den Machern von Proton Mail aus Genf. Die Verschlüsselung arbeitet Ende-zu-Ende, der Code ist quelloffen und wird unabhängig auditiert, Proton ist ISO 27001 zertifiziert und SOC-2-geprüft. Mit 5 GB gratis ist es der einzige sichere Anbieter mit kostenlosem Einstieg. Drive Plus bietet 200 GB für 4,99 Euro im Monat.

Vorteile: Open Source und unabhängig auditiert · 5 GB kostenlos · Starkes Gesamtpaket mehrerer Dienste
Nachteile: Schlanke Desktop-App · Keine native Linux-Version · Im Test eher langsame Übertragung

„Für Privatnutzer ist Proton der pragmatischste Einstieg in sichere Cloud, 5 GB gratis und offener Code schaffen Vertrauen. Die Apps wirken aber noch jung, wer viel am Desktop arbeitet, stößt schnell an Grenzen. Am meisten Sinn ergibt Proton Drive als Teil des Gesamtpakets.“

pCloud

CH · Baar · Standort EU oder USA wählbar

Besonderheit: Lifetime-Pakete mit Einmalzahlung statt Abo, z. B. 2 TB für 399 € einmalig, dazu wählbarer Serverstandort
Preis: 2 TB 99,99 €/Jahr
Server: EU (Luxemburg) oder USA
Verschlüsselung: Zero-Knowledge nur per Add-on
Gratis: bis 10 GB

pCloud lässt dich bei der Anmeldung zwischen einem Serverstandort in der EU (Luxemburg) und den USA wählen. Im Standard werden die Daten mit AES-256 gespeichert, der Anbieter hält dabei aber den Schlüssel. Echtes Zero-Knowledge gibt es nur über den kostenpflichtigen Zusatz „pCloud Crypto“. Bis zu 10 GB sind gratis, im Jahresabo kosten 2 TB 99,99 Euro.

Vorteile: Einmalige Lifetime-Zahlung möglich · Wählbarer Serverstandort · Bis zu 10 GB gratis
Nachteile: Zero-Knowledge kostet extra · US-Speicherort für DSGVO-Daten heikel

„pCloud ist vor allem ein Preis-Argument, die Lifetime-Pakete rechnen sich auf Dauer. Beim Datenschutz muss man aber genau hinsehen: Ohne das kostenpflichtige Crypto-Add-on ist es kein Zero-Knowledge, und den US-Speicherort sollte man für sensible Daten meiden.“

IONOS HiDrive

DE · Montabaur · Server in Deutschland

Besonderheit: Breite Protokoll-Unterstützung (WebDAV, SFTP, rsync) und deutscher 24/7-Support, Einstieg mit 100 GB ab 1,50 €/Mt.
Preis: 1 TB 7 €/Mt.
Server: Deutschland
Verschlüsselung: AES-128, E2E nur Pro
Gratis: nein

HiDrive von IONOS speichert ausschließlich in deutschen Rechenzentren und ist DSGVO-konform, ein AVV lässt sich abschließen. Die Übertragung läuft per TLS mit AES-256, gespeichert wird allerdings nur mit AES-128. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt es erst im Pro-Tarif. 1 TB im Business-Tarif kostet 7 Euro im Monat.

Vorteile: Server in Deutschland · Viele Zugriffsprotokolle (WebDAV, SFTP, rsync) · Deutscher 24/7-Support
Nachteile: Kein Zero-Knowledge im Standard · Nur AES-128 bei der Speicherung · Kein Gratis-Tarif

„Eine solide deutsche Cloud zum fairen Preis, durch die vielen Protokolle vor allem für Technikaffine interessant. Dass die Daten nur mit AES-128 liegen und Zero-Knowledge erst im Pro-Tarif kommt, trübt das Bild. Für unkritische Backups reicht es aber allemal.“

Strato HiDrive

DE · Berlin · TÜV-geprüft

Besonderheit: Deutsche Server mit TÜV-Nord-Prüfung und vielen Protokollen, dreimonatige Testphase mit 1 TB
Preis: 1 TB 7,50 €/Mt.
Server: Deutschland
Verschlüsselung: AES-128, E2E optional
Gratis: 3 Monate Test

Strato speichert deutsche Kundendaten in deutschen Hochsicherheits-Rechenzentren, ist ISO 27001 zertifiziert und vom TÜV Nord geprüft. Wie bei IONOS wird im Standard mit AES-128 gespeichert, echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gibt es nur als Option für rund 2 Euro im Monat. Der Tarif Starter mit 500 GB kostet 6 Euro, 1 TB sind für 7,50 Euro im Monat zu haben.

Vorteile: Server in Deutschland, TÜV-geprüft · Viele Protokolle · Lange Testphase
Nachteile: Zero-Knowledge nur gegen Aufpreis · Nur AES-128 bei der Speicherung

„Strato ist die bodenständige Variante: deutsche Server, TÜV-Siegel, fairer Preis. Den vollen Schutz gibt es aber nur mit kostenpflichtigen Add-ons, sonst hält der Anbieter den Schlüssel. Wer das weiß, bekommt eine ordentliche Allround-Cloud.“

Dropbox

US · San Francisco · Daten in den USA

Besonderheit: Sehr ausgereifte Bedienung und die meisten Integrationen am Markt, ideal für reibungsloses Teilen im Team
Preis: 2 TB 9,99 €/Mt.
Server: USA
Verschlüsselung: AES-256, kein Zero-Knowledge
Gratis: 2 GB

Dropbox punktet mit ausgereifter Bedienung und vielen Integrationen, fällt beim Datenschutz aber ab. Privatkonten liegen in den USA, eine EU-Speicherung gibt es nur für größere Business-Teams. Die Daten sind mit AES-256 verschlüsselt, Zero-Knowledge fehlt im Standard, Dropbox hält den Schlüssel. Als US-Konzern unterliegt der Dienst dem CLOUD Act. Kostenlos sind 2 GB.

Vorteile: Sehr ausgereifte Apps · Viele Integrationen · Einfache Bedienung
Nachteile: Daten in den USA, CLOUD Act · Kein Zero-Knowledge für Privatkonten

„Dropbox ist bequem und kann jeder bedienen, daran gibt es nichts zu rütteln. Für datenschutzbewusste Nutzer ist es im Test aber die schwächste Wahl: Daten in den USA, kein Zero-Knowledge, CLOUD Act. Für unkritische Dateien in Ordnung, für Sensibles würde ich es nicht nehmen.“

Fazit: Welcher Cloud-Speicher passt zu dir?

Eine pauschale Bestenliste führt beim Thema Cloud in die Irre, weil es auf deine Daten ankommt. Für maximalen Datenschutz mit deutschem Anbieter ist luckycloud die naheliegende Wahl. Tresorit und Proton Drive sind ähnlich sicher und oft günstiger, sitzen aber in der Schweiz. Proton ist mit kostenlosem Einstieg und offenem Code ein guter Start für Privatnutzer.

Wer aufs Budget achtet, findet bei IONOS und Strato solide deutsche Lösungen; für sensible Daten sollte man die Ende-zu-Ende-Option dazubuchen. pCloud ist wegen der Lifetime-Pakete interessant, Dropbox bleibt vor allem für unkompliziertes Teilen im Team attraktiv.

Häufige Fragen

Welche Cloud ist DSGVO-konform?
DSGVO-konform sind vor allem Anbieter mit Servern in Deutschland oder der EU und einem Auftragsverarbeitungsvertrag, etwa luckycloud, IONOS HiDrive oder Strato HiDrive. Auch Tresorit und Proton Drive erfüllen die Vorgaben.
Was bedeutet Zero-Knowledge-Verschlüsselung?
Beim Zero-Knowledge-Prinzip werden deine Dateien schon auf deinem Gerät verschlüsselt. Nur du besitzt den Schlüssel, der Anbieter kann die Inhalte selbst nicht öffnen. Selbst bei einem Datenleck bleiben die Dateien unlesbar.
Gibt es sichere Cloud-Speicher kostenlos?
Ja. Proton Drive bietet 5 GB gratis mit Zero-Knowledge-Verschlüsselung, pCloud bis zu 10 GB. Deutsche Anbieter wie luckycloud setzen dagegen auf Testphasen.
Sind US-Anbieter wie Dropbox verboten?
Nein, verboten sind sie nicht. Durch den CLOUD Act und die Speicherung in den USA ist der Datenschutz aus europäischer Sicht aber schwächer. Für sensible Daten sind Anbieter aus Deutschland oder der EU die sicherere Wahl.
Wo liegen meine Daten bei deutschen Anbietern?
Bei luckycloud, IONOS HiDrive und Strato HiDrive werden deutsche Kundendaten ausschließlich in deutschen Rechenzentren gespeichert und unterliegen damit voll der DSGVO.

Zuletzt aktualisiert und geprüft im Juni 2026. Preise und Leistungen können sich ändern.