Was der Planer dir zeigt
Bevor du eine einzige Schraube kaufst, lohnt es sich, das Hochbeet einmal von allen Seiten zu sehen. Nach der Eingabe von Länge, Breite, Höhe und Holzart baut der Planer dein Hochbeet als 3D-Modell auf, das du drehen und in eine Explosionsansicht aufziehen kannst, um jedes Bauteil einzeln zu erkennen. Dazu kommt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, bei der du jeden Bauschritt direkt im Modell nachschauen kannst, eine vollständige Zuschnittliste und eine Einkaufsliste, die deine Bretter automatisch auf die Handelslängen im Baumarkt verteilt – inklusive der Holzkosten nach aktuellen Listenpreisen.
Wie hoch, wie breit, wie lang?
Wer ein Hochbeet bauen will, stellt sich zuerst die Frage nach den Maßen. Bei der Höhe hat sich eine Faustregel durchgesetzt: Die Oberkante soll etwa auf Hüfthöhe liegen, gemessen mit dem im Garten üblichen Schuhwerk. Das sind grob 85 bis 100 cm. Baumarkt-Ratgeber nennen als Minimum 80 cm, damit du im Stehen wie an einem Tisch arbeiten kannst, ohne dich zu bücken. Willst du im Sitzen arbeiten, reichen 50 bis 65 cm – gewöhnliche Gartenstühle haben etwa 45 cm Sitzhöhe, das Beet darf also ruhig etwas höher liegen als der Stuhl.
Bei der Breite entscheidet die Erreichbarkeit. Kommst du nur von einer Seite an dein Hochbeet heran, etwa weil es an einer Wand oder einem Zaun steht, bleib bei 60 bis 80 cm Tiefe – so weit reicht ein ausgestreckter Arm noch bequem. Ist das Beet von beiden Seiten zugänglich, sind 100 bis 130 cm üblich. Die Länge ist am wenigsten festgelegt: Zwischen 100 und 300 cm ist praktisch alles möglich, meist richtet sie sich schlicht danach, wie viele Bretter du kaufen willst und wie viel Platz im Garten frei ist.
Material: Brett, Pfosten, Schrauben
Als Standard für die Wände hat sich beim Hochbeet selber bauen eine Terrassendiele mit 28 x 145 mm durchgesetzt, meist aus Lärche oder Douglasie. Beide Holzarten gehören nach DIN EN 350 zur Dauerhaftigkeitsklasse 3–4 und halten unbehandelt und ohne chemischen Holzschutz im Erdkontakt etwa 10 bis 15 Jahre. Fichte ist deutlich günstiger, verrottet unbehandelt aber schon nach rund 5 bis 10 Jahren. Für die Eckpfosten braucht es ein stabileres Kantholz, üblich sind 90 x 90 mm.
Ab einer Seitenlänge von 200 cm kommt ein Mittelpfosten dazu, danach alle weiteren 150 cm ein weiterer – so setzt es der Planer standardmäßig um, nach der Regel von Mein schöner Garten. Andere Anleitungen sind vorsichtiger und setzen den ersten Mittelpfosten schon ab 100 cm Seitenlänge ein; wer auf Nummer sicher gehen will, plant ihn also auch bei kürzeren Beeten ein. Der Mittelpfosten nimmt zusammen mit einem Spanndraht oder einem Seil mit Spannschloss den Druck der Erde auf und verhindert, dass sich die Wände nach außen wölben.
Verschraubt wird mit Edelstahlschrauben (A2), Senkkopf mit Teilgewinde, 5 x 60 mm – drei Schrauben pro Brett am Eckpfosten, zwei am Mittelpfosten. Die Bretter gibt es in Handelslängen von 200, 250, 300 und 400 cm; der Planer verteilt deine Zuschnitte automatisch auf diese Längen und rechnet dabei 3 mm Sägeblattbreite pro Schnitt ein, damit die Einkaufsliste stimmt. Die Holzpreise stammen aus den Listenpreisen eines großen Baumarkts, Stand September 2026, und sind als Orientierung zu verstehen – sie ändern sich. Von kesseldruckimprägniertem Holz wird für Gemüse-Hochbeete häufig abgeraten, solange es direkten Erdkontakt hat.
Der Bauablauf in zehn Schritten
Am Anfang steht der Standort: vollsonnig, windgeschützt, eben – nach dem Befüllen lässt sich ein Hochbeet nur noch mit großem Aufwand versetzen. Dann wird die Fläche vorbereitet, die Grasnarbe entfernt und ein Unkrautvlies ausgelegt, das die unterste Bretterreihe vor ständigem Erdkontakt schützt. Die Eckpfosten werden gesetzt und ausgerichtet, danach die unterste Reihe mit rund 2 cm Abstand zum Boden angeschraubt – dieser Spalt sorgt für Belüftung und verhindert, dass das unterste Brett dauerhaft feucht steht.
Es folgt das Wühlmausgitter, das auf dem Boden verlegt und an den Innenseiten ein Stück hochgezogen wird. Danach kommen die restlichen Bretter und, bei längeren Seiten, die Mittelpfosten dazu, die anschließend mit Spanndraht verbunden werden. Zum Schluss werden die Innenwände mit Folie ausgekleidet, ein Abschlussrahmen montiert – er dient zugleich als Sitzkante und als Barriere gegen Schnecken – und das Beet schichtweise befüllt. Im Planer kannst du jeden dieser Schritte einzeln durchklicken und dir direkt im Modell zeigen lassen, welches Teil gerade dran ist.
Wühlmausgitter und Folie richtig einsetzen
Das Wühlmausgitter ist verzinkt und hat meist eine Maschenweite um 10 mm; es liegt auf dem Boden und wird an den Wänden hochgezogen, damit auch von der Seite keine Nager eindringen. Die Folie – Noppen- oder Teichfolie – gehört dagegen ausschließlich an die Innenwände, bis etwa 1 cm unter die Oberkante. Der Boden selbst bleibt frei von Folie, damit überschüssiges Wasser ins Erdreich absickern kann und der Kontakt zum Boden für die Drainage erhalten bleibt.
Hochbeet befüllen: der Schichtaufbau
Beim klassischen Schichtaufbau für Gemüse kommen unten grobe Äste und Strauchschnitt (rund 20 cm) als Drainage, darüber gehäckseltes Material, Laub und Rasenschnitt (10 bis 15 cm), dann Grobkompost (20 cm) und obenauf hochwertige, humose Hochbeeterde (rund 30 cm), in der die Pflanzen wurzeln. Der Planer rechnet diese Anteile automatisch auf die Höhe um, die du eingestellt hast. Beim Verrotten der unteren Schichten entsteht Wärme, die nach oben zieht und das Wachstum fördert – dafür sackt die Füllung im ersten Jahr um etwa 10 bis 20 cm ab. Das ist normal; im Frühjahr einfach mit frischer Erde oder Kompost nachfüllen.
Der richtige Standort
Für ein Hochbeet mit Gemüse hat sich eine Nord-Süd-Ausrichtung bewährt, bei der die kurzen Seiten nach Norden und Süden zeigen – so beschatten sich die Pflanzen im Tagesverlauf möglichst wenig gegenseitig. Fruchttragendes Gemüse braucht einen sonnigen Platz; als Richtwert werden häufig 6 bis 8 Stunden direktes Licht genannt. Vermeide außerdem einen Standort unterhalb eines Hangs, an dem sich Regenwasser sammelt, und wähle nach Möglichkeit eine windgeschützte Ecke, etwa in der Nähe einer Hecke oder Hauswand.
Häufige Fragen
Wie hoch sollte ein Hochbeet sein?
Als Faustregel gilt: Die Oberkante liegt etwa auf Hüfthöhe, das sind meist 85 bis 100 cm. Baumarkt-Ratgeber nennen 80 cm als Minimum für rückenschonendes Arbeiten im Stehen. Willst du im Sitzen arbeiten, reichen 50 bis 65 cm. Die genaue Höhe hängt auch von deiner Körpergröße ab – der Planer lässt dich zwischen 50 und 100 cm frei wählen und zeigt dir sofort, wie viele Bretterreihen dafür nötig sind.
Welches Holz eignet sich am besten für ein Hochbeet?
Lärche und Douglasie sind Standard: Beide gehören nach DIN EN 350 zur Dauerhaftigkeitsklasse 3–4 und halten unbehandelt im Erdkontakt etwa 10 bis 15 Jahre. Fichte ist günstiger, hält unbehandelt aber deutlich kürzer. Von kesseldruckimprägniertem Holz wird für Gemüsebeete häufig abgeraten, solange die Erde direkten Kontakt zum Holz hat – hier hilft eine vollständige Folienauskleidung.
Braucht ein Hochbeet einen Mittelpfosten?
Ab einer Seitenlänge von 200 cm setzt der Planer standardmäßig einen Mittelpfosten ein, danach alle weiteren 150 cm einen zusätzlichen – so verhindert er, dass sich die Wände durch den Erddruck nach außen wölben. Manche Anleitungen empfehlen ihn schon ab 100 cm Seitenlänge; einen Konsens gibt es hier nicht. Im Zweifel ist ein zusätzlicher Pfosten mehr immer die sicherere Wahl.
Wie befülle ich ein Hochbeet richtig?
Für Gemüse hat sich ein Schichtaufbau bewährt: unten grobes Astwerk als Drainage, darüber Laub und Häcksel, dann Grobkompost und obenauf feine Hochbeeterde. Die Verrottung der unteren Schichten liefert Wärme und Nährstoffe. Rechne im ersten Jahr mit einer Sackung von 10 bis 20 cm und fülle im Frühjahr mit frischer Erde nach.
Wie lange hält ein Hochbeet aus Holz?
Das hängt stark von der Holzart ab. Lärche und Douglasie erreichen unbehandelt etwa 10 bis 15 Jahre, Fichte deutlich weniger. Edelstahlschrauben statt verzinkter Schrauben verlängern die Lebensdauer zusätzlich, weil sie nicht rosten. Eine komplette Neubefüllung der Erde wird ohnehin nach 5 bis 7 Jahren empfohlen, unabhängig vom Holz.
Brauche ich ein Wühlmausgitter?
Wenn Wühlmäuse in deiner Gegend ein Thema sind, ja. Das verzinkte Gitter mit rund 10 mm Maschenweite kommt auf den Boden und wird an den Innenwänden ein Stück hochgezogen, sodass Nager weder von unten noch seitlich eindringen können. Es liegt unter der Folie und ist im fertigen Beet nicht mehr sichtbar.



