Balkonkraftwerk-Rechner: Baue deine Solaranlage über 10 Jahre auf

Wähle deine Stadt, die Ausrichtung deines Balkons und deinen Haushalt. Du startest mit einem Modul, jeder gesparte Euro landet in deiner Kasse – investier ihn in weitere Module und einen Speicher und sieh, wie viel Strom du nach 10 Jahren selbst erzeugst.

Balkonkraftwerk-Tycoon

Du startest mit einem Modul und einem Wechselrichter. Jeder Euro, den dein Solarstrom spart, landet in deiner Kasse – investier ihn klug. Nach zehn Jahren zählt, wie viel deines Stroms du selbst erzeugst.

Wohin zeigt dein Balkon?
Montage
Wie frei ist der Blick nach Süden?
Haushalt
Wohnsituation
Dein Stromtarif

Wie der Balkonkraftwerk-Rechner genau funktioniert

Du beginnst mit einem 400-Wp-Modul und einem Wechselrichter und wählst vorher Stadt, Balkon-Ausrichtung, Montageart, Verschattung, Haushaltsgröße, Miete oder Eigentum sowie deinen Stromtarif. Jeder Monat, den du spielst, rechnet mit echten Ertragsdaten für genau diese Stadt und Ausrichtung – die Stromersparnis wird zu deinem Spielgeld. Davon kannst du weitere Module dazukaufen, bis zur gesetzlichen Grenze von 2.000 Wp Modulleistung, und einen Speicher anschaffen, der überschüssigen Strom für später aufhebt. 14 Ereigniskarten bringen dabei die Rechtslage 2026 ins Spiel: Anmeldung im Marktstammdatenregister, die Frage nach dem Schuko-Stecker, Vermieter und Eigentümerversammlung, Förderprogramme einzelner Städte, das Solarspitzengesetz und die Versicherung gegen Hagel oder Diebstahl.

Woher die Ertragsdaten stammen

Die Sonnendaten kommen von PVGIS, dem photovoltaischen Informationssystem der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission (JRC), die ihre Daten ausdrücklich frei zur Nutzung freigibt. Für jede Stadt fließt das Langzeitmittel 2005 bis 2023 ein, aufgeschlüsselt nach Monat, für senkrechte Montage am Geländer (90°) und schräg aufgeständerte Module (35°). Wie stark sich eine Ausrichtung von der anderen unterscheidet, wurde für eine geografisch mittige Stadt (Kassel) im Detail berechnet und auf die übrigen Städte übertragen.

Wie der selbst genutzte Anteil berechnet wird

Die HTW Berlin, die den bekannten Stecker-Solar-Simulator betreibt, veröffentlicht keine feste Eigenverbrauchsquote in Prozent, sondern nur eine Regressionsformel ohne fertige Parameter für den Alltagsgebrauch. Deshalb steckt hinter dem Rechner eine eigene Nachbildung: stündliche PVGIS-Daten für fünf Ausrichtungen und zwei Neigungen, kombiniert mit dem BDEW-Standardlastprofil H25 für einen typischen Haushalt. Ein Standardprofil ist ein Mittelwert vieler Haushalte und würde den Eigenverbrauch für einen einzelnen Haushalt überschätzen – deshalb kommt zusätzliches, realistisches Rauschen für einen Einzelhaushalt dazu. Kalibriert ist das Modell an beiden von der HTW Berlin veröffentlichten Referenzwerten: Ein System mit 600 Wp und 300 W Wechselrichter ohne Speicher erreicht in der Dokumentation der HTW 400 bis 500 Kilowattstunden Eigenverbrauch im Jahr, ein System mit 1.000 Wp, 800 W Wechselrichter und 1 Kilowattstunde Speicher 600 bis 650 – das nachgebildete Modell trifft beide Bereiche.

Preise und Regeln, mit denen das Spiel rechnet

Ein Komplettset mit einem 400-Wp-Modul kostet laut Verbraucherzentrale zwischen 300 und 500 Euro; das Spiel rechnet bewusst mit der Mitte dieser veröffentlichten Spanne, 400 Euro (Stand: September 2026), als Startpreis für das erste Modul samt Wechselrichter. Ein weiteres Modul schlägt danach mit rund 160 Euro zu Buche, abgeleitet aus der Kostenfunktion der HTW Berlin (etwa 0,4 Euro pro Wp, Stand 2024). Für den Speicher gibt es dagegen keinen amtlichen Einzelpreis, nur eine Marktspanne mehrerer unabhängiger Vergleichsportale – das Spiel setzt hier bewusst einen mittleren Wert an und weist diese Unsicherheit offen aus, statt eine scheinbar exakte Zahl vorzutäuschen. Als Stromtarif stehen der BDEW-Durchschnitt 2026 von 37,0 Cent pro Kilowattstunde und die teurere Grundversorgung mit 39,8 Cent zur Auswahl.

Auch die aktuelle Rechtslage steckt im Spiel: Seit dem Solarpaket I (16. Mai 2024) sind bis zu 800 VA Wechselrichterleistung und 2.000 Wp Modulleistung erlaubt, eine Anmeldung im Marktstammdatenregister ist innerhalb von 30 Tagen nach Inbetriebnahme Pflicht, und eine gesonderte Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt seither. Mieterinnen und Mieter können sich seit dem 17. Oktober 2024 nach § 554 BGB auf ein Recht auf Erlaubnis berufen, Eigentümerversammlungen dürfen eine Installation nach § 20 WEG nur bei nachgewiesener Unzumutbarkeit ablehnen. Mehr zu diesen Regeln steht im Beitrag Balkonkraftwerk anmelden und, speziell zur 800-Watt-Grenze, im Beitrag Balkonkraftwerk 800 Watt.

Wofür es die Medaillen gibt

Ein Modul verliert laut der Rechenannahme der HTW Berlin über die Jahre 0,3 Prozent seiner Leistung pro Jahr, während Hersteller die Modulleistung üblicherweise über Garantien bis 30 und vereinzelt bis 40 Jahre absichern. Für den Wechselrichter rechnet das Modell mit einem Ersatz nach etwa 15 Betriebsjahren, für den Speicher nach 10 Jahren – zu deutlich günstigeren Ersatzkosten, weil die HTW-Dokumentation für spätere Jahre nur noch 75 Prozent der ursprünglichen Investition ansetzt. Auch Förderprogramme einzelner Städte fließen als Beispiele in die Ereigniskarten ein, etwa Kassels Zuschuss von 150 Euro pro Gerät oder das inzwischen für Steckersolar geschlossene Berliner Programm SolarPLUS – diese Programme ändern sich häufig und gelten nicht bundesweit, das Spiel zeigt sie deshalb als Beispiel für das Prinzip, nicht als Versprechen für deinen Wohnort. Für Schäden durch Hagel, Brand oder Diebstahl gibt es keine Versicherungspflicht, viele bestehende Gebäude-, Hausrat- oder Haftpflichtversicherungen nehmen ein Balkonkraftwerk aber ohne Mehrkosten mit auf.

Was das Spiel nach zehn Jahren zeigt

Nach 10 Spieljahren zeigt das Spiel, wie hoch deine Eigenversorgung ausgefallen ist – nicht als absolute Zahl, sondern relativ zum Maximum, das mit deinem konkreten Balkon (Ausrichtung, Verschattung, maximal ausbaubare Leistung) überhaupt möglich gewesen wäre. Wer nah an dieses Maximum herankommt, bekommt die höchste Medaille, unabhängig davon, ob der Balkon nach Süden oder nach Osten zeigt.

Was der Balkonkraftwerk-Rechner nicht kann

Die Eigenverbrauchsquote wurde für eine Stadt (Kassel) berechnet und auf alle anderen Städte übertragen – der Ertrag pro Stadt ist exakt aus den Sonnendaten berechnet, die Eigenverbrauchsquote dagegen eine Näherung. Die monatliche Verteilung des Ertrags folgt außerdem dem Monatsprofil für Südausrichtung; bei Ost- oder Westbalkonen ist sie nur angenähert, auch wenn die Jahressumme stimmt. Und die Ereigniskarten wie der Hagelschaden oder der Neubau nebenan feiern zu festen Spieljahren, nicht zufällig – das Spiel bildet damit die Themen ab, nicht den genauen Zeitpunkt, zu dem sie bei dir eintreten könnten.

Willst du wissen, wie schnell sich das für deine Stadt lohnt?

Wenn dich weniger das Spiel als der reine Vergleich interessiert, findest du in der Balkonkraftwerk-Rangliste alle 79 deutschen Großstädte mit demselben Einstiegs-Set nebeneinander – nach Ertrag, Ersparnis und der Zeit bis zur Amortisation sortiert.

Häufige Fragen

Was kostet ein Balkonkraftwerk-Set zum Einstieg?

Ein Set mit einem 400-Wp-Modul kostet laut Verbraucherzentrale meist zwischen 300 und 500 Euro (Stand: September 2026). Der Rechner nutzt die Mitte dieser Spanne, 400 Euro, als Startpreis. Ein weiteres Modul schlägt mit rund 160 Euro zu Buche, abgeleitet aus der Kostenfunktion der HTW Berlin von etwa 0,4 Euro pro Wp.

Wie viel Solarleistung darf ein Balkonkraftwerk maximal haben?

Seit dem Solarpaket I vom 16. Mai 2024 sind bis zu 2.000 Wp Modulleistung und 800 VA Wechselrichterleistung erlaubt. Im Spiel kannst du bis zu dieser gesetzlichen Grenze weitere Module dazukaufen, der Wechselrichter selbst begrenzt aber weiterhin, wie viel Strom davon tatsächlich ins Hausnetz eingespeist wird.

Woher stammen die Sonnendaten im Balkonkraftwerk-Rechner?

Aus PVGIS, dem photovoltaischen Informationssystem der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission. Verwendet wird das Langzeitmittel der Jahre 2005 bis 2023 für jede Stadt einzeln, getrennt nach Ausrichtung und Montageart. PVGIS gibt seine Daten ausdrücklich frei zur Nutzung, ohne Einschränkungen – dieselbe Datengrundlage nutzt auch die Balkonkraftwerk-Rangliste für alle 79 Großstädte.

Wie wird der Eigenverbrauch im Spiel berechnet?

Über eine eigene, kleinschrittige Nachbildung mit stündlichen Sonnendaten und dem BDEW-Lastprofil H25, ergänzt um realistisches Rauschen für einen Einzelhaushalt und kalibriert an den veröffentlichten Referenzwerten der HTW Berlin. Die HTW selbst veröffentlicht keine feste Eigenverbrauchsquote in Prozent, nur eine Formel ohne fertige Werte für den Alltagsgebrauch.

Muss ich mein Balkonkraftwerk aus dem Spiel auch in echt anmelden?

Ja. Jede Steckersolaranlage muss innerhalb von 30 Tagen nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden, seit dem 1. April 2024 mit einem vereinfachten Datensatz. Eine gesonderte Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt seit dem Solarpaket I. Die Einzelheiten dazu stehen im Beitrag Balkonkraftwerk anmelden.

Quellen (10)

PVGIS (Joint Research Centre der EU-Kommission) · HTW Berlin: Stecker-Solar-Simulator – Dokumentation der Berechnungsgrundlagen (PDF) · Bundesnetzagentur: FAQ Solaranlagen · Verbraucherzentrale: Gesetze und Normen für Steckersolar · Gesetze im Internet: § 554 BGB · Gesetze im Internet: § 20 WEG · BDEW: Strompreisanalyse · Verbraucherzentrale: Photovoltaik – Garantie- und Versicherungsbedingungen genau lesen · Stadt Kassel: Förderung von Balkonkraftwerken · Investitionsbank Berlin: SolarPLUS

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