So spielst du Überlebe den Winter
Richtig heizen bedeutet mehr als nur am Thermostat drehen: Wie warm eine Wohnung im Winter bleibt und was das kostet, hängt von der Heizungsart, dem Baujahr, dem Wetter und einer Handvoll Gewohnheiten ab, die sich leicht ändern lassen. Genau das bildet Überlebe den Winter nach – mit echtem Wetter aus 79 deutschen Großstädten, zehn Baualtersklassen von vor 1918 bis zum Neubau, jeweils unsaniert oder energetisch saniert, und vier Heizungsarten. Gerade wer in der Mietwohnung Heizkosten sparen möchte, bekommt hier keine bloße Modellrechnung, sondern eine 70-Quadratmeter-Wohnung, in der jede eigene Entscheidung – Thermostat, Nachtabsenkung, Lüften, Rollläden – sofort sichtbare Folgen hat.
- Wähle deine Stadt, das Baujahr des Hauses, ob es energetisch saniert ist, und deine Heizungsart (Gas, Fernwärme, Wärmepumpe oder Öl).
- Stelle die Thermostate der sieben Heizkörper stufenlos ein, aktiviere die Nachtabsenkung und entscheide, wann Rollläden und Fenster auf- oder zugehen.
- Lass die Zeit vom 1. Oktober bis zum 30. April laufen – angehalten, einfach, dreifach oder achtfach so schnell – und reagiere auf Ereigniskarten wie den Heizbeginn, einen gluckernden Heizkörper oder Weihnachtsbesuch.
- Am Ende zählt, wie weit du unter dem Budget geblieben bist: Das Sparziel im Spiel orientiert sich am Heizspiegel-Durchschnitt für deine Heizungsart, abzüglich 10 Prozent, mit Medaillen ab 10, 12,5 und 15 Prozent Ersparnis.
Richtig heizen: Was wirklich Heizkosten spart
Der wirksamste Hebel ist das Thermostat selbst: Das Umweltbundesamt empfiehlt für den Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 Grad, für die Küche 18 Grad und fürs Schlafzimmer 17 Grad; bei kurzer Abwesenheit reichen 18 Grad, bei längerer Abwesenheit 15 Grad oder weniger. Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart laut Umweltbundesamt und co2online rund 6 Prozent Heizenergie – wer heizkosten sparen will, findet hier den einfachsten Hebel, ganz ohne Investition.
Die Stufen am Thermostat selbst orientieren sich meist an dieser Herstellerskala (EWE-Ratgeber, deckungsgleich mit Angaben der Verbraucherzentrale):
| Thermostat-Stufe | Temperatur |
|---|---|
| 0 / Schneeflocke | 5 °C (Frostschutz) |
| 1 | 12 °C |
| 2 | 16 °C |
| 3 | 20 °C |
| 4 | 24 °C |
| 5 | 28 °C |
Die Skala ist nur eine Orientierung des Herstellers, keine geeichte Temperaturangabe (co2online).
Die Nachtabsenkung der Heizung senkt die Temperatur automatisch, sobald du schläfst oder außer Haus bist. Je nach Gebäude spart sie laut Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und energieverbraucher.de zwischen 5 und 10 Prozent des gesamten Heizenergieverbrauchs, bei einer Absenkung um rund 3 Grad. In gut gedämmten, schweren Gebäuden kühlt die Wohnung langsamer aus, deshalb fällt der Effekt dort geringer aus als in einem undichten Altbau.
Richtig heizen und lüften gehören zusammen: Das Umweltbundesamt empfiehlt im Winter 5 bis 10 Minuten Stoßlüften mit weit geöffnetem Fenster, mehrmals täglich, im Sommer dagegen 20 bis 30 Minuten, weil die Luft dann langsamer wechselt. Ein dauerhaft gekipptes Fenster kühlt vor allem die Wand um den Rahmen herum aus, ohne die Luft wirklich auszutauschen, und kostet damit unnötig Heizenergie.
Geschlossene Rollläden verringern den Wärmeverlust über das Fenster spürbar, weil sie ein ruhendes Luftpolster vor der Scheibe halten. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz nennt als Faustregel mindestens 20 Prozent für Rollladen und Vorhang zusammen.
Verstellte Heizkörper heizen schlechter: Eine Verkleidung kann laut einem Heizungs-Fachbetrieb den Verbrauch um bis zu 15 Prozent erhöhen, zu nah gerückte Möbel um bis zu 10 Prozent – mit mindestens 20 Zentimetern Abstand vermeidbar (WDR). Ein bodenlanger Vorhang direkt vor dem Heizkörper erzeugt zudem einen Kamin-Effekt: Warme Luft steigt zwischen Vorhang und Fenster auf, kühlt an der Scheibe ab und sinkt zurück, statt den Raum zu heizen (Verbraucherzentrale).
Heizkörper entlüften
Ein gluckernder Heizkörper – eine der Ereigniskarten im Spiel – deutet auf Luft im Heizkörper hin, die den Wärmeaustausch blockiert. Regelmäßiges Entlüften spart laut dem Verbraucherportal Bayern bis zu 15 Prozent der Heizkosten; in einem Beispielhaushalt mit rund 270 Euro Jahreskosten sind das etwa 40,50 Euro im Jahr.
Heizkosten sparen in der Mietwohnung: günstige Maßnahmen aus dem Shop im Spiel
Diese Maßnahmen helfen zusätzlich beim Heizkosten sparen, auch wenn du zur Miete wohnst und nichts baulich verändern darfst (Preise Stand: September 2026):
| Maßnahme | Preis | Wirkung |
|---|---|---|
| Hygrometer | 10–25 € | keine eigene Heizkosten-Ersparnis, aber Grundlage für die Einschätzung von Luftfeuchte und Schimmelrisiko |
| Programmierbares/smartes Heizkörperthermostat | 25–80 € pro Stück, teils zusätzlich 45–70 € für ein Gateway | 6 bis 10 Prozent Heizkosten laut Stiftung Warentest, Verbraucherzentrale und co2online, in Einzelfällen bis 15 Prozent |
| Dichtband für Fenster und Türen | 1–10 € pro Meter, rund 5 Meter je Fenster | über 1.085 kWh und 130 kg CO2 pro Jahr in einem 130-m²-Einfamilienhaus mit zugigen Fenstern (co2online) |
| Türzugluftstopper | 5–20 € pro Stück | Wirkung nicht beziffert, hilft gegen Zugluft an der Türunterkante |
| Thermovorhang (Fertigware) | 17–50 € pro Fenster | 7 bis 25 Prozent des über das Fenster verlorenen Wärmeverlusts (nach Angaben des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik) |
| Heizkörper-Reflexionsfolie | 5–15 € pro Quadratmeter | maximal rund 4 Prozent laut Öko-Test, und nur sinnvoll bei Heizkörpern an ungedämmten Außenwänden im unsanierten Altbau |
Nicht im Shop: Heizkörper-Ventilatoren. Hersteller versprechen bis zu 22 Prozent Einsparung, unabhängige Messungen von c't fanden dagegen nur einen geringen Effekt.
Heizkosten gas, fernwärme oder wärmepumpe: der Vergleich 2026
Wer heizkosten gas, heizkosten fernwärme oder heizkosten wärmepumpe direkt gegenüberstellen will, findet die Antwort im Heizspiegel: So lassen sich die eigenen Heizkosten berechnen, sogar heizungsartenweise – der Heizspiegel für Deutschland 2026 von co2online, ausgewertet an 67.000 Haushalten, zeigt die Jahreskosten für eine durchschnittlich beheizte 70-Quadratmeter-Wohnung (Kategorie „mittel“):
| Heizungsart | Jahreskosten (70 m², Kategorie „mittel“) | Verbrauch |
|---|---|---|
| Gas | 1.170 € | 8.400 kWh |
| Heizöl | 1.030 € | 8.960 kWh |
| Fernwärme | 1.295 € | 7.210 kWh |
| Wärmepumpe | 715 € | 2.170 kWh Strom (nach Jahresarbeitszahl) |

Diese Werte sind zugleich die Grundlage für das Sparziel im Spiel: Dein Budget entspricht dem Heizspiegel-Wert für deine gewählte Heizungsart, abzüglich 10 Prozent. Im Jahresvergleich zum Vorjahr ist Heizen mit Gas laut co2online am stärksten gestiegen (plus 15 Prozent), Fernwärme am moderatesten (plus 2 Prozent), während Wärmepumpen-Haushalte 2025 im Schnitt günstiger heizten als noch 2022.
Für die Berechnung im Spiel selbst setzt Überlebe den Winter unterschiedliche Preise je Kilowattstunde an: rund 11,2 Cent für Gas (BDEW-Gaspreisanalyse), 15,6 Cent für Fernwärme (waermepreise.info von AGFW, BDEW und VKU, Stichtag 1. April 2026) und rund 24 Cent für Wärmepumpenstrom – die Mitte der Sondertarif-Spanne von 20 bis 28 Cent nach Paragraf 14a Energiewirtschaftsgesetz, kombiniert mit einer Jahresarbeitszahl von 3,4 (Fraunhofer ISE, 77 Bestandsgebäude). Für Öl rechnet das Spiel mit rund 12,1 Cent pro Kilowattstunde bei rund 90 Prozent Nutzungsgrad.
Heizperiode, Mindesttemperatur und Mietrecht
Eine gesetzliche Heizpflicht in einem festen Kalenderfenster gibt es nicht, üblich ist die Heizperiode vom 1. Oktober bis 30. April (Deutscher Mieterbund). Vermieter müssen nach Paragraf 535 BGB eine zum vertragsgemäßen Gebrauch geeignete Wohnung bereitstellen; daraus leitet die Rechtsprechung tagsüber (etwa 6 bis 24 Uhr) eine Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad ab, nachts 18 Grad – manche Gerichte lassen auch 17 Grad zu. Bleibt es dauerhaft bei nur 16 bis 18 Grad, sind laut Deutschem Mieterbund Mietminderungen in der Größenordnung von 20 bis 30 Prozent möglich. Eine Heizpflicht für Mieter selbst gibt es dagegen nicht, nur die Pflicht, Frost- und Schimmelschäden durch komplettes Auskühlen zu vermeiden.
Luftfeuchtigkeit in der Wohnung: Schimmel vermeiden
Sinkt die Raumtemperatur dauerhaft unter 16 bis 18 Grad, steigt laut Umweltbundesamt das Schimmelrisiko in genutzten Wohnungen zum Teil massiv, besonders in Kombination mit einer relativen Luftfeuchte über 60 Prozent über längere Zeit. Ziel ist deshalb eine relative Luftfeuchte unter 50 Prozent im Winter (Umweltbundesamt). Ein Drei-Personen-Haushalt gibt allein durch Atmen, Kochen, Duschen und Pflanzen täglich 6 bis 12 Liter Wasserdampf an die Raumluft ab – ohne regelmäßiges Stoßlüften bleibt diese Feuchte in der Wohnung und schlägt sich an den kältesten Stellen der Außenwände nieder. Ein Hygrometer aus dem Shop im Spiel macht diese Luftfeuchtigkeit sichtbar, bevor sie zum Problem wird. Wie sich das genau an einer bestimmten Wand auswirkt, rechnet der Beitrag Taupunkt berechnen im Detail vor.
Was das Spiel vereinfacht
Wie jedes Modell trifft auch Überlebe den Winter Annahmen, die im echten Leben genauer oder anders ausfallen – offen auf der Seite genannt, aber ohne einen eigenen externen Beleg: die Heizkörpergröße (das 1,2-Fache der Heizlast bei minus 12 Grad Außentemperatur), ein Wärmeaustausch von 25 Watt pro Kelvin über offene Türen zwischen Räumen, Schimmelbildung ab 80 Prozent Oberflächenfeuchte über drei zusammenhängende Tage (das Umweltbundesamt selbst spricht nur von „längerer Zeit“, ohne eine feste Tagesangabe), eine Behaglichkeitsgrenze von 18,5 Grad Tagesmittel in Wohn- und Arbeitszimmern beziehungsweise 16 Grad in allen anderen Räumen, höchstens 10 kalte Tage sowie das Sparziel und die Medaillenstufen selbst. Nicht abgebildet sind Sonneneinstrahlung, die Feuchtepufferung der Wände und die Luftfeuchte einzelner Räume – die Wohnung im Spiel teilt sich eine gemeinsame Feuchtezone.
Willst du wissen, welche Geräte in deiner Wohnung heimlich Strom fressen? Das findest du in der Stromfresser-Jagd.
Häufige Fragen
Wie heize ich richtig, um Heizkosten zu sparen?
Der wirksamste Hebel ist das Thermostat: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart laut Umweltbundesamt und co2online rund 6 Prozent Heizenergie. Das Umweltbundesamt empfiehlt für den Wohnbereich möglichst nicht mehr als 20 Grad, für die Küche 18 Grad und fürs Schlafzimmer 17 Grad. Zusammen mit einer Nachtabsenkung von 5 bis 10 Prozent (Verbraucherzentrale) lässt sich so ohne bauliche Maßnahmen viel bewegen.
Wie kann ich in der Mietwohnung Heizkosten sparen?
Ohne Zustimmung des Vermieters helfen ein programmierbares Thermostat (6 bis 10 Prozent laut Stiftung Warentest und co2online), Dichtband an zugigen Fenstern und Türen sowie regelmäßiges Entlüften der Heizkörper (bis zu 15 Prozent laut Verbraucherportal Bayern). Alle diese Maßnahmen lassen sich beim Auszug wieder rückgängig machen.
Was bedeuten die Stufen am Thermostat?
Nach der Herstellerskala (EWE-Ratgeber) steht Stufe 0 bzw. Schneeflocke für Frostschutz bei rund 5 Grad, Stufe 3 für etwa 20 Grad Wohlfühltemperatur und Stufe 5 für rund 28 Grad. Die Skala ist aber nur eine Orientierung, keine geeichte Temperaturangabe – wie warm es im Raum tatsächlich wird, hängt zusätzlich von Heizkörpergröße und Raumgröße ab.
Wie viel spart das Entlüften der Heizkörper?
Bis zu 15 Prozent der Heizkosten, so das Verbraucherportal Bayern. In einem Beispielhaushalt mit rund 270 Euro Jahreskosten sind das etwa 40,50 Euro im Jahr. Ein gluckernder Heizkörper ist das typische Zeichen dafür, dass Luft im System sitzt und der Wärmeaustausch blockiert ist.
Welche Luftfeuchtigkeit sollte meine Wohnung im Winter haben, um Schimmel zu vermeiden?
Das Umweltbundesamt empfiehlt eine relative Luftfeuchte unter 50 Prozent im Winter. Ab über 60 Prozent über längere Zeit steigt das Schimmelrisiko, besonders wenn die Raumtemperatur zugleich unter 16 bis 18 Grad fällt. Regelmäßiges Stoßlüften führt die Feuchte ab, die allein ein Drei-Personen-Haushalt täglich 6 bis 12 Liter produziert.
Welche Heizungsart ist 2026 am günstigsten?
Nach dem Heizspiegel 2026 von co2online kostet eine durchschnittlich beheizte 70-Quadratmeter-Wohnung mit Wärmepumpe im Jahr rund 715 Euro, mit Heizöl 1.030 Euro, mit Gas 1.170 Euro und mit Fernwärme 1.295 Euro (Kategorie „mittel“). Im Jahresvergleich stieg vor allem Gas am stärksten, um 15 Prozent, während Wärmepumpen-Haushalte günstiger heizten als noch vor einigen Jahren.
Quellen (19)
Umweltbundesamt: Richtiges Heizen schützt das Klima und den Geldbeutel · Umweltbundesamt: FAQ Absenkung der Raumtemperatur in Herbst und Winter · co2online: Thermostate richtig einstellen & bedienen · co2online: ThermostatCheck · EWE: Thermostat einstellen · Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: 20 Prozent weniger Heizenergie – Raumtemperaturen und Heizzeiten · Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: 20 Prozent weniger Heizenergie – Rollläden, Heizkörper · Verbraucherportal Bayern: Heizung entlüften und Energie sparen · co2online: Heizkosten pro m² – Vergleich (Heizspiegel für Deutschland 2026) · co2online: Heizspiegel 2025 – Heizen mit Gas wieder deutlich teurer (Pressemitteilung) · BDEW: Gaspreisanalyse · BDEW: Strompreisanalyse · AGFW/BDEW/VKU: Fernwärme im aktuellen Halbjahresbericht erneut preisstabil · Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich · Deutscher Mieterbund: Heizperiode gestartet – Rechte und Pflichten in der kalten Jahreszeit · Gesetze im Internet: § 535 BGB · co2online: Heizkosten sparen – Die 10 besten Tipps · ÖKO-TEST: Lohnt sich die Reflexionsfolie hinter dem Heizkörper? · heise online: Top 5 Heizungsventilatoren im Test



