Fünf Sekunden im Schnitt
§ 22a Abs. 6 GlüStV 2021 schreibt vor, dass ein virtuelles Automatenspiel im Durchschnitt mindestens fünf Sekunden dauern muss. Ein Spiel beginnt mit der Spielerklärung und endet mit der Anzeige des Ergebnisses. Die Regel soll das Spieltempo begrenzen und einer besonders schnellen Wiederholung von Einsätzen vorbeugen – sie ist ein Durchschnittswert, kein Mindestwert für jedes einzelne Spiel: Ein einzelnes Spiel kann schneller ablaufen, solange der Schnitt über mehrere Spiele stimmt.
Höchsteinsatz: 1 Euro im Regelfall
Der Einsatz darf grundsätzlich 1 Euro je Spiel nicht übersteigen (§ 22a Abs. 7 Satz 1 GlüStV 2021). Satz 2 desselben Absatzes erlaubt der zuständigen Behörde, diesen Höchsteinsatz zur Erreichung der Ziele des § 1 GlüStV 2021 an geänderte Verhältnisse anzupassen – genau darauf stützt sich die Staffel seit Juli 2026.
Die Staffel seit dem 1. Juli 2026
Seit dem 1. Juli 2026 kann der Höchsteinsatz laut der FAQ der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) unter gestuften Voraussetzungen angehoben werden. Der Regelfall bleibt 1 Euro je Spiel. Stufe 1 erlaubt bis zu 3 Euro, Voraussetzung ist ein Mindestalter von 21 Jahren. Stufe 2 erlaubt bis zu 5 Euro; zusätzlich zur Altersgrenze braucht es einen vorherigen Qualifikationszeitraum von 90 Tagen ohne auffälliges Spielverhalten sowie ein verpflichtendes Spielverhaltens-Monitoring des Anbieters, das auch nach der Erhöhung weiterläuft. Die höheren Einsätze anzubieten ist für jeden Anbieter freiwillig; einen Anspruch darauf haben Spielende nicht. Die Regelung ist befristet bis zum 31. Dezember 2027; die GGL will die Entwicklung bis dahin beobachten und danach neu entscheiden. Die zugrunde liegende Entscheidungsrichtlinie der GGL selbst ist nicht öffentlich einsehbar, nur diese FAQ-Zusammenfassung.
Pause nach 60 Minuten
Nach 60 Minuten ununterbrochenem Spiel muss ein Anbieter auf die verstrichene Zeit hinweisen (§ 6h Abs. 7 GlüStV 2021). Bei virtuellen Automatenspielen kommt eine zusätzliche Hürde hinzu: Weitergespielt werden darf erst fünf Minuten, nachdem die Kenntnisnahme des Hinweises ausdrücklich bestätigt wurde (§ 22a Abs. 9 GlüStV 2021) – anders als beim übrigen Internet-Glücksspiel, wo nach der Bestätigung sofort weitergespielt werden darf.
Rein rechnerisch lässt sich aus den beiden Grenzen ableiten, wie viele Spiele in einer Stunde höchstens möglich sind: Bei fünf Sekunden je Spiel als gesetzlichem Mittelwert sind das höchstens 12 Spiele pro Minute, also bis zu 720 pro Stunde – vorausgesetzt, es wird ohne jede Unterbrechung durchgespielt, was durch die Pausenregel nach spätestens 60 Minuten ohnehin endet.
Kein Autoplay, kein Jackpot, kein Parallelspiel
Ein Spiel darf nur durch eine ausdrückliche Erklärung beginnen, die erst nach Ende des vorherigen Spiels abgegeben werden darf; automatische Spielserien, sogenanntes Autoplay, sind ausdrücklich verboten (§ 22a Abs. 4 GlüStV 2021). Gewinne müssen ein vorher festgelegtes Vielfaches des Einsatzes sein, Einsätze oder Gewinne dürfen nicht angesammelt werden, um künftige Gewinne zu schaffen: das Jackpotverbot (§ 22a Abs. 8 GlüStV 2021). Und dasselbe Spiel darf einem Spieler nur einmal gleichzeitig angezeigt werden; das gleichzeitige Spielen mehrerer virtueller Automatenspiele beim selben Anbieter ist verboten (§ 22a Abs. 10 GlüStV 2021).
Warum diese Grenzen gelten
Alle diese Grenzen dienen demselben Zweck: Sie sollen laut § 1 GlüStV 2021 das Entstehen von Glücksspielsucht verhindern und Spielende schützen. Die 5-Sekunden-Regel und der Höchsteinsatz begrenzen, wie schnell und wie viel Geld in kurzer Zeit verspielt werden kann; die Pause nach 60 Minuten unterbricht ein Spiel, bevor es zur Routine wird; das Verbot von Autoplay und Jackpots verhindert, dass ein Spiel ohne bewusste Entscheidung weiterläuft oder auf einen einzelnen großen Gewinn hinarbeitet.
Woran du ein erlaubtes Spiel erkennst
Ein erlaubter Anbieter muss die Wahrscheinlichkeit auf den Höchstgewinn und die durchschnittliche Auszahlungsquote je Euro Einsatz dort anzeigen, wo der Einsatz getätigt wird (§ 22a Abs. 3 Satz 3 und 4 GlüStV 2021). Zusätzlich müssen die Gewinnaussichten zufällig sein und für jede Spielerin und jeden Spieler die gleichen Chancen eröffnen; Spielregeln und Gewinnplan müssen leicht aufrufbar und verständlich beschrieben sein (§ 22a Abs. 3 Satz 1 und 2 GlüStV 2021). Virtuelle Automatenspiele dürfen zudem nicht als „Casino“ oder „Casinospiele“ bezeichnet werden, auch nicht in der Werbung dafür (§ 22a Abs. 11 GlüStV 2021). Und die Internetadresse, unter der gespielt wird, muss auf der amtlichen Whitelist der GGL stehen; das lässt sich mit dem Whitelist-Check nachprüfen. Von außen lässt sich kaum direkt prüfen, ob ein Spiel diese Vorgaben tatsächlich einhält – verlässlich feststellen lässt sich vor allem, ob der Anbieter selbst auf der Whitelist steht.
Mehr zum Thema: der Artikel Gibt es legale Slots ohne 5-Sekunden-Regel?, die Übersicht Glücksspielregeln in Deutschland und Online-Casinos in Deutschland – was legal ist.
Häufige Fragen
Wie lange muss ein virtuelles Automatenspiel mindestens dauern?
Im Durchschnitt mindestens fünf Sekunden, gerechnet von der Spielerklärung bis zur Anzeige des Ergebnisses (§ 22a Abs. 6 GlüStV 2021). Das ist ein Durchschnittswert über mehrere Spiele, kein fester Mindestwert für jedes einzelne Spiel.
Wie hoch darf der Einsatz bei Online-Automatenspielen sein?
Im Regelfall 1 Euro je Spiel (§ 22a Abs. 7 GlüStV 2021). Seit 1. Juli 2026 kann ein Anbieter unter Bedingungen bis zu 3 Euro anbieten, ab 21 Jahren, oder bis zu 5 Euro nach einem 90-tägigen Qualifikationszeitraum ohne auffälliges Spielverhalten und mit laufendem Monitoring.
Was ist die neue Staffel seit Juli 2026?
Eine gestufte Anhebung des Höchsteinsatzes: Regelfall bleibt 1 Euro, Stufe 1 erlaubt bis zu 3 Euro ab 21 Jahren, Stufe 2 bis zu 5 Euro nach 90 Tagen unauffälligem Spielverhalten und mit Verhaltens-Monitoring. Anbieten ist freiwillig, befristet bis 31. Dezember 2027.
Wann muss beim Spielen eine Pause eingelegt werden?
Nach 60 Minuten ununterbrochenem Spiel muss der Anbieter auf die verstrichene Zeit hinweisen; bei virtuellen Automatenspielen darf erst fünf Minuten nach ausdrücklicher Bestätigung weitergespielt werden (§ 6h Abs. 7 i. V. m. § 22a Abs. 9 GlüStV 2021).
Woran erkenne ich, ob ein Automatenspiel erlaubt ist?
An der Anzeige von Gewinnwahrscheinlichkeit und Auszahlungsquote am Einsatzort, am Fehlen von Autoplay und Jackpot, an der Pause nach 60 Minuten und daran, dass die Internetadresse auf der amtlichen GGL-Whitelist steht. Der Begriff „Casino“ darf für solche Spiele nicht verwendet werden.
Gibt es Autoplay oder Jackpots bei erlaubten Automatenspielen?
Nein. Ein Spiel darf nur durch eine ausdrückliche Erklärung nach Ende des vorherigen Spiels beginnen; automatische Spielserien sind verboten. Gewinne müssen ein vorher festgelegtes Vielfaches des Einsatzes sein, ein Ansammeln für spätere Jackpots ist untersagt (§ 22a Abs. 4 und 8 GlüStV 2021).



