Ein Limit für alle Anbieter zusammen
Bei der Registrierung bei einem erlaubten Online-Glücksspielanbieter legst du ein individuelles monatliches Einzahlungslimit fest (§ 6c Abs. 1 Satz 1 GlüStV 2021). Dieses Limit gilt anbieterübergreifend und darf grundsätzlich 1.000 Euro im Monat nicht übersteigen (§ 6c Abs. 1 Satz 2 GlüStV 2021). Ohne festgelegtes Limit ist keine Spielteilnahme möglich, und ist das Limit erschöpft, darf keine weitere Einzahlung erfolgen – bei keinem Anbieter, nicht nur bei dem, bei dem du zuletzt eingezahlt hast.
Das Limit gilt für nahezu alle öffentlichen Glücksspiele im Internet. Ausgenommen sind Einzahlungen ausschließlich für Lotterien, die nicht häufiger als zweimal pro Woche veranstaltet werden, und für Gewinnsparen-Lotterien; Sofortlotterien im Internet zählen dabei ausdrücklich nicht zu den Ausnahmen (§ 6c Abs. 9 GlüStV 2021).
Wie die Limitdatei LUGAS das Limit überwacht
Damit das Limit wirklich anbieterübergreifend gilt, unterhält die zuständige Behörde eine zentrale Limitdatei (§ 6c Abs. 4 GlüStV 2021). Vor Abschluss jeder Einzahlung müssen Veranstalter und Vermittler die zur Identifizierung nötigen Daten sowie die Höhe der geplanten Einzahlung an diese Datei übermitteln; die Datei antwortet, ob das Limit bereits erschöpft ist oder durch die Einzahlung überschritten würde. Ist das der Fall, muss der Anbieter die Einzahlung ablehnen (§ 6c Abs. 6 GlüStV 2021).
Gespeichert werden unter anderem Name, Geburtsdatum, Geburtsort, Anschrift, die Höhe des Limits sowie Datum und Höhe der Einzahlungen (§ 6c Abs. 4 Satz 3 GlüStV 2021). Die Beträge der einzelnen Einzahlungen werden unverzüglich nach Monatsende gelöscht (§ 6c Abs. 7 GlüStV 2021); die übrigen Stammdaten nach einem Jahr ohne weitere Aktivität (§ 6c Abs. 8 GlüStV 2021). Weil die Einzahlungshöhen monatsweise gelöscht werden, beginnt die Zählung mit jedem neuen Monat wieder von vorn.
Senken wirkt sofort, Erhöhen erst nach sieben Tagen
Du kannst dein Limit jederzeit neu festlegen (§ 6c Abs. 3 Satz 1 GlüStV 2021). Eine Verringerung greift sofort (Satz 3); eine Erhöhung wird dagegen erst nach einer Schutzfrist von sieben Tagen wirksam (Satz 2). Diese Frist gilt sowohl für das anbieterübergreifende Einzahlungslimit als auch für zusätzliche anbieterbezogene Einsatz-, Einzahlungs- und Verlustlimits. Die Schutzfrist soll verhindern, dass eine Entscheidung aus dem Moment heraus sofort wirkt; sie lässt Zeit, sie noch einmal zu überdenken.
Wann ein höheres Limit möglich ist
Ein Anbieter darf im Einzelfall ein höheres Limit setzen, wenn seine Erlaubnis das vorsieht (§ 6c Abs. 1 Satz 3 GlüStV 2021). Laut der FAQ der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) sind die zentralen Voraussetzungen, dass keine Spielsuchtgefährdung vorliegt und eine ausreichende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachgewiesen wird, etwa durch Einkommensteuerbescheide, andere Einkommensnachweise oder Kontoauszüge; eine bloße Selbstauskunft reicht dafür nicht aus. Ein erhöhtes Limit kann bis zu 10.000 Euro im Monat betragen. Darüber, bis 30.000 Euro, ist ein Limit nur für höchstens 1 Prozent der bei einem Anbieter aktiven Spielenden zulässig, gemessen am Durchschnitt der aktiven Spielenden der letzten drei Monate. Zur früher verbreiteten Bonitätsauskunft, etwa bei der Schufa, als Prüfmethode merkt die GGL an, dass ihre Eignung inzwischen rechtlich und gerichtlich diskutiert wird.
Der Monatswechsel
Weil die Limitdatei die Höhe der Einzahlungen nach Monatsende löscht (§ 6c Abs. 7 GlüStV 2021), zählt sie für jeden Kalendermonat neu. Ein im laufenden Monat ausgeschöpftes Limit blockiert also nicht den Folgemonat: Mit dem Monatswechsel steht das festgelegte Limit wieder in voller Höhe zur Verfügung, ohne dass du dafür etwas tun musst.
Zusätzliche Limits direkt beim Anbieter
Neben dem anbieterübergreifenden Einzahlungslimit lassen sich bei jedem einzelnen Anbieter zusätzlich eigene Einsatz-, Einzahlungs- und Verlustlimits festlegen (§ 6c Abs. 2 GlüStV 2021). Für diese anbieterbezogenen Limits gilt dieselbe Fristenregel wie für das übergreifende Limit: Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen (§ 6c Abs. 3 GlüStV 2021). Ein Anbieter kann also strenger sein als die gesetzliche 1.000-Euro-Grenze, aber nicht großzügiger, ohne die im vorigen Abschnitt beschriebenen Voraussetzungen zu erfüllen.
Was das Limit nicht ersetzt
Das Einzahlungslimit begrenzt, wie viel Geld insgesamt bei allen erlaubten Anbietern zusammen fließen darf. Es sagt nichts darüber aus, wie schnell ein einzelnes Spiel läuft oder wie hoch ein einzelner Einsatz sein darf – dafür gelten bei virtuellen Automatenspielen eigene Grenzen, beschrieben auf der Seite zu den virtuellen Automatenspielen. Und ein ausgeschöpftes Limit hebt eine bestehende Spielersperre nicht auf und ersetzt sie auch nicht.
Die Prüfung durch die Limitdatei greift nur bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis, die auf der amtlichen Whitelist der GGL stehen; das lässt sich mit dem Whitelist-Check nachvollziehen. Mehr zum rechtlichen Rahmen: Glücksspielregeln in Deutschland – der Überblick und Online-Casinos in Deutschland – was legal ist.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Einzahlungslimit für Online-Glücksspiel in Deutschland?
Grundsätzlich 1.000 Euro im Kalendermonat, und zwar anbieterübergreifend über eine zentrale Limitdatei (§ 6c Abs. 1 GlüStV 2021). Ohne festgelegtes Limit ist keine Spielteilnahme möglich; ist es erschöpft, muss jeder Anbieter weitere Einzahlungen ablehnen.
Kann ich mein Einzahlungslimit erhöhen?
Ja, wenn die Erlaubnis des Anbieters das vorsieht: Voraussetzungen sind laut GGL-FAQ eine nachgewiesene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und keine Spielsuchtgefährdung. Ein erhöhtes Limit kann bis zu 10.000 Euro im Monat betragen, darüber bis 30.000 Euro nur für höchstens 1 Prozent der aktiven Spielenden eines Anbieters.
Wie schnell wirkt eine Erhöhung des Einzahlungslimits?
Erst nach einer Schutzfrist von sieben Tagen (§ 6c Abs. 3 Satz 2 GlüStV 2021). Die Frist soll verhindern, dass eine Entscheidung aus dem Moment heraus sofort wirkt, und Zeit lassen, sie noch einmal zu überdenken.
Was passiert, wenn ich mein Limit senke?
Eine Verringerung des Limits greift sofort, ohne Wartezeit (§ 6c Abs. 3 Satz 3 GlüStV 2021). Das gilt sowohl für das anbieterübergreifende Einzahlungslimit als auch für zusätzliche, anbieterbezogene Einsatz-, Einzahlungs- und Verlustlimits.
Was ist die Limitdatei LUGAS?
Eine zentrale, von der zuständigen Behörde geführte Datei, die vor jeder Einzahlung prüft, ob das anbieterübergreifende Limit noch nicht erschöpft ist (§ 6c Abs. 4 und 6 GlüStV 2021). Sie speichert unter anderem Name, Anschrift, das festgelegte Limit sowie Datum und Höhe der Einzahlungen; die Einzahlungshöhen selbst werden nach Monatsende gelöscht.
Gilt das Einzahlungslimit pro Anbieter oder insgesamt?
Insgesamt. Das Limit gilt anbieterübergreifend über alle erlaubten Online-Glücksspielanbieter zusammen, nicht getrennt je Anbieter (§ 6c Abs. 1 GlüStV 2021). Eine Einzahlung bei Anbieter B zählt also auf dasselbe Limit wie eine vorherige Einzahlung bei Anbieter A.



